{"id":225,"date":"2022-01-17T20:54:44","date_gmt":"2022-01-17T19:54:44","guid":{"rendered":"https:\/\/christlich-verliebt.de\/magazin\/?p=225"},"modified":"2025-08-18T16:40:06","modified_gmt":"2025-08-18T14:40:06","slug":"papst-benedikt-xvi","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christlich-verliebt.de\/magazin\/papst-benedikt-xvi\/","title":{"rendered":"Papst Benedikt XVI. &#8211; Das wichtigste zu seiner Person und \u00c4ra"},"content":{"rendered":"<p>Benedikt XVI. oder lateinisch und ganz offiziell Benedictus PP. XVI. ist der emeritierte Papst und wurde am 16. April 1927 in Marktl in Alt\u00f6ttingen, Oberbayern als Joseph Aloisius Ratzinger geboren. Er z\u00e4hlt zu den pr\u00e4gendsten, aber auch polarisierendsten Figuren der j\u00fcngeren Kirchengeschichte. So war er, bevor er zum Papst gew\u00e4hlt wurde, unter seinem Amtsvorg\u00e4nger Johannes Paul II. (Ioannes Paulus PP. II.; 1920 &#8211; 2005) etwa Pr\u00e4fekt der Kongregation f\u00fcr die Glaubenslehre und gilt auch sonst als bedeutender Theologe, der gemeinhin stets konservative Positionen innerhalb der r\u00f6misch-katholischen Kirche vertrat.<\/p>\n<h2>Biografie<\/h2>\n<h3>Kindheit, Jugend und Studium<\/h3>\n<p>Benedikt XVI. kam am Karsamstag des Jahres 1927 in Marktl zur Welt und wurde noch am selben Tag als Joseph Aloisius Ratzinger getauft. Seine Eltern waren der Gendarmeriemeister Joseph Ratzinger (1877 &#8211; 1959) und die K\u00f6chin Maria Ratzinger, geb. Peintner (1884 &#8211; 1963). Joseph Aloisius Ratzinger hatte noch zwei Geschwister: Maria (1921 &#8211; 1991) und Georg (1924 &#8211; 2020). Wegen Versetzungen des Vaters musste die Familie \u00f6fters umziehen. Als seine Heimat bezeichnet Ratzinger Hufschlag bei Traunstein, wo die Familie nach der Pensionierung des Vaters 1937 lebte. Als Kind war Ratzinger Ministrant und besuchte ein katholisches Internat. Schulisch fiel er vor allem durch gute Leistungen in den Geisteswissenschaften auf.<\/p>\n<p>Mit 14 Jahren wurde er zwangsweise in die Hitlerjugend aufgenommen und mit 16 als Luftwaffenhelfer eingezogen und eingesetzt. W\u00e4hrend dieser Zeit besuchte er weiter das Gymnasium und gab schon damals als Berufswunsch das Priesteramt an. Noch wenige Monate vor Kriegsende wurde Ratzinger in die Wehrmacht eingezogen und geriet sogar kurzzeitig in amerikanische Kriegsgefangenschaft, ehe es ihm dann doch noch m\u00f6glich war, die Reifepr\u00fcfung abzulegen.<\/p>\n<p>1946 begann Ratzinger das Studium der katholischen Theologie und Philosophie, welches er f\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter abschloss.<\/p>\n<h3>Geistliche und akademische Laufbahn<\/h3>\n<p>1948 empfing Ratzinger alle vier niederen Weihen und wurde zwei Jahre sp\u00e4ter zum Subdiakon und Diakon geweiht. Ein Jahr sp\u00e4ter folgte die Priesterweihe, die er zusammen mit seinem Bruder empfing. Zusammen hielten sie am 8. Juli 1951 in der Stadtpfarrkirche St. Oswald in Traunstein ihre erste Messe ab. In den Folgejahren war Ratzinger als Kaplan, aber auch als Religionslehrer t\u00e4tig und promovierte 1953 zum Doktor der Theologie.<\/p>\n<p>Mit nur 31 Jahren wurde Ratzinger 1958 Professor f\u00fcr Dogmatik und Fundamentaltheologie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Freising. Schon im darauffolgenden Jahr wurde er auf den Lehrstuhl f\u00fcr Fundamentaltheologie an die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universit\u00e4t Bonn berufen. Josef Kardinal Frings (1887 &#8211; 1978) zog Ratzinger w\u00e4hrend des Zweiten Vatikanischen Konzils als Berater und Redenschreiber hinzu, nachdem eine von ihm geschriebene und Frings gehaltene Rede in Vorbereitung des Konzils gro\u00dfen Anklang bei Papst Johannes XXIII. (Ioannes PP. XXIII.; 1881 &#8211; 1963) gefunden hatte.<\/p>\n<p>Von 1963 bis 1966 leitete Ratzinger das Seminar f\u00fcr Dogmatik und Dogmengeschichte an der katholisch-theologischen Fakult\u00e4t der Westf\u00e4lischen Wilhelms-Universit\u00e4t M\u00fcnster, um dann ab 1966 an der Katholisch-Theologischen Fakult\u00e4t der Eberhard Karls Universit\u00e4t T\u00fcbingen einen Lehrstuhl f\u00fcr Katholische Dogmatik anzunehmen. Von 1969 bis zu seiner Ernennung zum Erzbischof von M\u00fcnchen im M\u00e4rz 1977 lehrte er Dogmatik und Dogmengeschichte an der Fakult\u00e4t f\u00fcr Katholische Theologie der Universit\u00e4t Regensburg, an der er von 1976 an auch Vizepr\u00e4sident und zudem P\u00e4pstlicher Ehrenpr\u00e4lat war.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-227 size-medium alignright\" src=\"https:\/\/christlich-verliebt.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Papst-Benedikt-im-Vatikan-225x300.jpg\" alt=\"Papst Benedikt XVI. im Vatikan\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/christlich-verliebt.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Papst-Benedikt-im-Vatikan-225x300.jpg 225w, https:\/\/christlich-verliebt.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Papst-Benedikt-im-Vatikan-768x1024.jpg 768w, https:\/\/christlich-verliebt.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Papst-Benedikt-im-Vatikan.jpg 960w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/p>\n<p>Schon im Juni 1977 wurde Ratzinger zum Kardinal ernannt und nahm an beiden Konklaven des Jahres 1978. Der im zweiten dieser beiden Konklave gew\u00e4hlte Papst Johannes Paul II. wollte Ratzinger schon gleich zum Beginn seiner Amtszeit zum Pr\u00e4fekten der Kongregation f\u00fcr die Glaubenslehre ernennen. Der Kardinal erbat sich Bedenkzeit, sagte aber nach drei Jahren schlussendlich zu. Als enger Vertrauter des Papstes wurde Ratzinger 2005, als sich dessen Gesundheitszustand zunehmend verschlechterte, bereits vor dessen Ableben als m\u00f6glicher Nachfolger genannt. Am 2. April 2005 verstarb der Papst und Ratzinger leitete die Begr\u00e4bnisfeierlichkeiten. Nach nur einem Tag Konklave wurde Ratzinger am 19. April im vierten Wahlgang zum neuen Papst gew\u00e4hlt und gab sich den Namen Benedikt XVI.. Am 28. Februar 2013 trat Benedikt XVI. als zweiter Papst in der Geschichte vom Amt als Oberhaupt der r\u00f6misch-katholischen Kirche zur\u00fcck.<\/p>\n<h2>Positionen und Kritik<\/h2>\n<p>Da sowohl seine Amtszeit als Pr\u00e4fekt der Glaubenskongregation als auch als Papst ma\u00dfgeblich von seinen Ansichten gepr\u00e4gt wurden, kann man die Zeiten in beiden \u00c4mtern am besten zusammenfassen und verstehen, wenn man sich die Positionen Benedikts XVI. ansieht. Diese standen aber auch nicht selten in der Kritik.<\/p>\n<h3>Kongregation f\u00fcr die Glaubenslehre<\/h3>\n<p>Die Kongregation f\u00fcr die Glaubenslehre selbst ist keine ganz unproblematische Organisation, hie\u00df sie doch bis 1908 noch <i>Congregatio Romanae et universalis Inquisitionis<\/i> oder auf Deutsch: Kongregation der r\u00f6mischen und allgemeinen Inquisition. Auch heute noch ist die Hauptaufgabe der Schutz der Kirche gegen H\u00e4resie. Die Glaubenskongregation steht also sehr wohl in direkter Tradition jener Teile der Kirche, die die sogenannten H\u00e4retiker oder Ketzer (abgleitet von der gnostischen Str\u00f6mung der Katharer) auf brutalste Weise verfolgte, folterte und ermordete. So wurde Benedikt XVI. stets f\u00fcr die Leitung eben dieser Organisation kritisiert. In dieser Funktion verfasste er auch recht kritische Texte zur \u00d6kumene.<\/p>\n<h3>Einzigartigkeit der r\u00f6misch-katholischen Kirche<\/h3>\n<p>So kam 2007 ein Dokument ans Licht, in dem der damalige Kardinal Ratzinger die Einzigartigkeit der r\u00f6misch-katholischen Kirche betonte und so den protestantischen Kirchen den Status der Kirche absprach. Sie wurden lediglich als &#8222;kirchliche Gemeinschaften&#8220; gesehen, die zwar dem <a href=\"https:\/\/christlich-verliebt.de\/magazin\/wie-viele-christen-gibt-es\/\">christlichen Glauben<\/a> angeh\u00f6rten, aber eben nicht als gleichwertig mit der r\u00f6misch-katholischen Kirche zu betrachten sein. Das hei\u00dft aber nicht, dass der Papst nicht auch auf andere Religionsgemeinschaften zugegangen w\u00e4re und sich etwa auch Islam und Judentum nicht ge\u00f6ffnet h\u00e4tte. Gleichzeitig kritisierten Juden das Vorgehen des Papstes in Bezug auf die Priesterbruderschaft St. Pius X. und die Aufhebung der Exkommunikation ihres Mitglieds Richard Williamson, einem Holocaustleugner.<\/p>\n<h3>Positionen zur Sexualit\u00e4t<\/h3>\n<p>In Bezug auf Themen wie Abtreibung und Homosexualit\u00e4t vertritt Benedikt XVI. wie die meisten seiner Amtsvorg\u00e4nger sehr konservative Positionen. Die meisten? Ja, im 13. Jahrhundert verfasste Johannes XXI. sogar Lehrschriften \u00fcber die Durchf\u00fchrung von Schwangerschaftsabbr\u00fcchen. Folglich lehnt der emeritierte Papst Schwangerschaftsabbr\u00fcche ab und sieht auch Homosexualit\u00e4t als S\u00fcnde an.<\/p>\n<h3>Rolle im Missbrauchsskandal<\/h3>\n<p>Die meiste Kritik erntete der Papst aber wegen seiner Rolle im Missbrauchsskandal, dessen Aufdeckung in die Zeit seines Pontifikats fiel. Der Umgang des Papstes mit den Enth\u00fcllungen war hierbei nicht einmal der gr\u00f6\u00dfte Stein des Ansto\u00dfes, sondern der Umstand, dass unter seiner Leitung in der damaligen Funktion als Erzbischof von M\u00fcnchen und Freising 1980 ein im Bistum Essen wegen sexuellem Missbrauchs von Jungen aufgefallenen Kaplan nicht nur vor der Strafverfolgung gesch\u00fctzt, sondern erneut in der Pfarrseelsorge eingesetzt wurde. Ob Joseph Kardinal Ratzinger jedoch je von diesem Vorgehen seiner Untergebenen wusste, ist bis heute \u00e4u\u00dferst umstritten, gilt aber als unwahrscheinlich.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-228\" src=\"https:\/\/christlich-verliebt.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Statistik-Paepste-Amtszeit.jpeg\" alt=\"Amtszeit der letzten zehn P\u00e4pste in Tagen\" width=\"620\" height=\"442\" srcset=\"https:\/\/christlich-verliebt.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Statistik-Paepste-Amtszeit.jpeg 960w, https:\/\/christlich-verliebt.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Statistik-Paepste-Amtszeit-300x214.jpeg 300w, https:\/\/christlich-verliebt.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Statistik-Paepste-Amtszeit-768x547.jpeg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 620px) 100vw, 620px\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Benedikt XVI. oder lateinisch und ganz offiziell Benedictus PP. 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