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Die wichtigsten Punkte kurz und verständlich zusammengefasst.
Was ist Fasten?
Die Fastenzeit zu Ostern richtet sich vor allem an Christen. Dabei geht es auch um den Ursprung und die Bedeutung dieser Tradition.
Doch auch andere Religionen wie der Buddhismus oder der Islam haben das Fasten als eine Zeit des bewussten Verzichts fest in ihren Glauben integriert. Im Ramadan etwa werden Muslime einen Monat lang zum Fasten angehalten. Der Ramadan wird immer im neunten Monat des islamischen Mondjahres veranstaltet.
In einigen Abzweigungen des Buddhismus verzichten Mönche und Nonnen täglich ab 12 Uhr mittags auf jegliche Nahrungsaufnahme. Zudem streichen manche Buddhisten einmal, zweimal oder sogar häufiger im Monat den Konsum von Fleisch von ihrem Speiseplan. Im Judentum enthalten sich die Gläubigen unter anderem an Jom Kippur der Nahrung. Es gibt jedoch noch weitere wichtige Feiertage wie Tischa beAv, an denen gefastet wird.
Wann beginnt und wie lange dauert die Fastenzeit?
Die traditionelle Fastenzeit der Christen dauert 40 Tage und beginnt am Aschermittwoch. Sie reicht bis Ostern, die Sonntage werden dabei nicht mitgezählt. Der Termin richtet sich nach dem Osterdatum: 2027 fällt der Aschermittwoch auf den 10. Februar, der Ostersonntag auf den 28. März. Besonders herausgehoben sind am Ende der Fastenzeit der Gründonnerstag, der Karfreitag und der Karsamstag: Am Gründonnerstag wird an das letzte Abendmahl erinnert, Karfreitag und Karsamstag sind dem Leiden, dem Tod und der Grabesruhe Jesu Christi gewidmet. Am Karfreitag verzichten viele Christen auf Fleisch; in der katholischen Kirche ist er wie der Aschermittwoch ein Fast- und Abstinenztag.
Warum fasten Christen?
Im Christentum dient die Fastenzeit als Vorbereitung auf das wichtigste Fest der Christenheit: die Auferstehung von Jesus Christus, vielen besser bekannt als Ostern.
In der evangelischen Kirche wird diese Zeit auch Passionszeit genannt, in der katholischen Kirche österliche Bußzeit. Sie ist der Buße und der inneren Umkehr gewidmet. Die Fastenzeit dauert insgesamt 40 Tage und soll auch an das ebenso lange Fasten von Jesu Christi in der Wüste erinnern. Dies ist nicht nur für Christen, sondern auch für viele andere Menschen ein Anlass, den bewussten Verzicht zu üben.
Die katholische Kirche regelt das Fasten im Kirchenrecht und in Bestimmungen der Bischofskonferenzen: Aschermittwoch und Karfreitag sind Fast- und Abstinenztage. An ihnen nehmen volljährige Gläubige bis zum Beginn des 60. Lebensjahres nur eine volle Mahlzeit zu sich, und ab 14 Jahren wird auf Fleisch verzichtet. Darüber hinaus sind Gläubige eingeladen, freiwillig etwa auf Alkohol, Süßigkeiten oder Nikotin zu verzichten. Gleichzeitig wird dadurch ein Freiraum geschaffen, um intensiver auf den eigenen Glauben zu reflektieren und die Verbindung zu Gott stärker zu erfahren.
Traditionelles Fasten geht mit dem Verzicht auf Nahrung einher. Doch heutzutage umfasst das Fasten noch viele weitere Konsumgüter wie zum Beispiel die Reduktion von sozialen Medien wie Facebook und Instagram sowie den allgemein geringeren Gebrauch des Smartphones. Dadurch wird die Wahrnehmung geschult und man kann sich besser auf die innere Einkehr fokussieren.

Wie richtig christlich fasten?
Christliches Fasten ist in erster Linie eine geistliche Übung und nicht mit medizinischem Heilfasten gleichzusetzen. Wer zusätzlich auf feste Nahrung verzichten möchte, kann sich an Empfehlungen von Fachleuten orientieren. Die Ärztegesellschaft für Heilfasten und Ernährung (ÄGHE) definiert Fasten als „freiwilligen Verzicht auf feste Nahrung und Genussmittel für begrenzte Zeit“.
Jeder gesunde Mensch kann unabhängig davon natürlich auch sein eigenes Fastenprogramm zusammenstellen. Oftmals reicht es schon, ein paar Mal im Monat einen Fastentag einzulegen oder regelmäßig bestimmte Mahlzeiten wie zum Beispiel sehr fettreiche Speisen oder tierische Produkte auszulassen. Hierzulande erfreut sich insbesondere die Fastenmethode nach Buchinger, auch Saftfasten oder Heilfasten genannt, einer großen Beliebtheit. Hierbei dürfen über den Tag verteilt frische Obst-, Gemüse- oder Grassäfte sowie Gemüsebrühe, Tee und Wasser konsumiert werden.
Grundsätzlich gilt, dass nur gesunde Menschen über längere Zeit auf Nahrung verzichten sollten. Wer chronisch krank ist oder starke Medikamente konsumieren muss, sollte nur nach ärztlicher Rücksprache und unter ärztlicher Aufsicht auf Nahrung verzichten. Das gilt auch für Menschen mit Diabetes, Depressionen, Herzbeschwerden, Schwangere, stillende Mütter, Kinder, Senioren über 65 Jahren und Personen mit Untergewicht.
Es gilt zu beachten, dass Fasten nach Buchinger keine Nulldiät bedeutet, also zum Beispiel nur Wasser oder Tee zu trinken. Es wird empfohlen, pro Tag 250 bis 300 Kalorien aufzunehmen, mehr als 500 sollten es laut ÄGHE nicht sein. Wer völlig auf Nahrung verzichtet, belastet seinen Körper nur unnötig mit Stress. Gleichzeitig besteht die Gefahr, zu viel Eiweiß, also Muskelmasse abzubauen.
Mehr Tipps für Fasten
Eine wichtige Rolle spielt die Flüssigkeitszufuhr. Achten Sie darauf täglich mindestens drei Liter Wasser, Tee, dünne Gemüsebrühe sowie in Maßen Obst- oder Gemüsesäfte zu trinken, damit Sie nicht dehydrieren.
Weiterhin sollten Sie sich ausreichend bewegen, damit nicht zu viel Muskelmasse abgebaut wird. Entspannen Sie sich bei leichten Yoga-Übungen oder einem kleinen Spaziergang oder praktizieren Sie andere Übungen, bei denen Sie sich nicht zu sehr anstrengen, aber die Muskulatur gelockert wird. Falls Sie zu Beginn der Fastenphase von Kopfschmerzen, leichtem Schwindel oder Schlafproblemen betroffen sind, sollte Sie das nicht beunruhigen. Denn der Körper benötigt oftmals etwas Zeit, um sich umzustellen.
Nach zwei bis drei Tagen sollte auch die anfängliche schlechte Laune, die sich gerade bei Einsteigern manchmal einstellt, verflogen sein. Viele Fastende berichten danach von einem Stimmungshoch und fühlen sich entspannter und ausgeglichener.
Fazit
Die christliche Fastenzeit ist ein besonders schöner Anlass, sich auf Ostern einzustimmen und aktiv den Glauben zu praktizieren. In dieser Zeit kann man sich mehr mit der eigenen Innenschau beschäftigen, die Bibel und die heiligen Schriften studieren, die Kirche besuchen und so zur Ruhe kommen und Abstand vom Alltag gewinnen.
In dieser Zeit hinterfragt man seinen eigenen Konsum und kann die Gelegenheit nutzen, ein neues Maß dafür zu finden. Schon etwa seit dem vierten Jahrhundert sollen sich Christen durch Verzichten auf das Osterfest vorbereitet haben.

